Plakat gegen die Schließung der Kita Kilingstraße

SPD-Ortsvereine Kinderhaus-Sprakel und Coerde: Kita-Schließungen in sensiblen Quartieren sind der falsche Weg

Die SPD-Fraktion hat sich in der Sitzung der Bezirksvertretung Nord klar gegen die Schließung der Kita an der Killingstraße ausgesprochen. Die Bezirksvertretung folgte dieser Position und lehnte eine Schließung ab. Die SPD-Ortsvereine Kinderhaus-Sprakel und Coerde begrüßen diese Entscheidung und warnen zugleich davor, etablierte Kindertageseinrichtungen in sozial belasteten Quartieren abzubauen.

„Die notwendige Anpassung an sinkende Kinderzahlen erkennen wir grundsätzlich an. Es ist richtig, Überkapazitäten zu überprüfen und Strukturen anzupassen. Aber wir müssen genau hinschauen, wo wir reduzieren – und wo nicht“, erklärt Jan Bläs Ortsvereinsvorsitzender in Coerde.

Gerade in Stadtteilen mit besonderen sozialen Herausforderungen wie Coerde und Kinderhaus kommt wohnortnahen und niedrigschwelligen Angeboten eine entscheidende Bedeutung zu. Kitas und Familienzentren sind hier weit mehr als reine Betreuungsorte – sie sind Anlaufstellen, Vertrauensorte und zentrale Bausteine für Chancengleichheit und Integration.

„In sozial belasteten Quartieren geht es nicht nur um die Anzahl von Plätzen, sondern darum, ob diese Angebote auch tatsächlich bei den Familien ankommen. Wer hier gut etablierte und anerkannte Strukturen abbaut, riskiert, genau die Kinder zu verlieren, die am meisten Unterstützung brauchen, so Thomas Borker Fraktionsvorsitzender der SPD in der BV-Nord“.

„Wir dürfen kein Kind zurücklassen. Gerade in belasteten Quartieren besteht die reale Gefahr, dass Kinder gar nicht erst für eine Kita angemeldet werden, wenn Angebote wegfallen oder schwerer erreichbar sind. Das hätte gravierende Folgen für ihre Entwicklung und ihre Bildungschancen“, ergänzt Borker.

In diesem Zusammenhang sehen die Ortsvereine die geplante Schließung der Kita an der Killingstraße besonders kritisch. Diese ist aktuell fest im Sozialraum verankert und als Familienzentrum eng mit unterstützenden Angeboten, wie z.B. Sprachkursen, verbunden. Ein bloßer Verweis auf freie Plätze und die Verlegung des Familienzentrums an einen anderen Standort greife daher zu kurz.

„Konzepte kann man verlagern – Vertrauen nicht. Gerade in belasteten Quartieren sind gewachsene Strukturen und vertraute Ansprechpartner entscheidend für die tatsächliche Nutzung von Angeboten.“

Die SPD-Ortsvereine fordern daher von der Stadtverwaltung, auf Standortschließungen in schwierigen Sozialräumen zu verzichten und stattdessen differenzierte Lösungen zu entwickeln. Dazu gehören insbesondere:

  • die Entwicklung konkreter Alternativen zur Reduzierung von Kitastandorten,
  • Maßnahmen zur Steigerung der Kita-Auslastung
  • eine sozialräumlich ausgerichtete Steuerung der Kita-Angebote,
  • die frühzeitige Einbindung von Politik, Beschäftigten, Trägern und Eltern,
  • sowie transparente und vergleichbare Darstellungen der finanziellen Auswirkungen von möglichen Alternativszenarien.

„Die Frage ist nicht, ob wir Strukturen anpassen müssen – sondern wie. Wer Chancengleichheit ernst nimmt, darf ausgerechnet in den Stadtteilen mit den größten Herausforderungen nicht einfach gut etablierte Einrichtungen schließen.“

Die Ortsvereine kündigen an, sich weiterhin für den Erhalt niedrigschwelliger Angebote in Kinderhaus und Coerde einzusetzen.